Die Tasche war weg. Innerhalb von zwei Wochen hatte ich mich damit abgefunden.
Was ich nicht loslassen konnte, war alles andere.
Wenn einem etwas genommen wird, sieht man sich an, was man noch besitzt. Ich sah mich um und stellte fest: Nichts hatte sich verändert.
Das Fahrrad war noch immer am selben Geländer vor demselben Geschäft angeschlossen.
Die Geldbörse steckte noch immer in derselben Tasche.
Der Koffer stand noch immer im selben Schrank und wartete auf den nächsten Flug.
Ich war einmal bestohlen worden, doch jeder einzelne Gegenstand, den ich besaß, war genauso ungeschützt wie an jenem Morgen auf dem Rasthof.
Das wollte ich ändern. Nicht die Tasche. Den Rest.
Also begann ich zu suchen, wie man das eben macht. Abends, das Smartphone in der Hand, nebenbei eine Serie laufen lassen.
Zuerst sah ich mir bessere Schlösser an. Die schweren Modelle mit Sicherheitsstufe, Garantie und einem passenden Preis.
Ein besseres Schloss erschwert es, etwas mitzunehmen. Es kann Ihnen absolut nichts darüber sagen, wohin der Gegenstand anschließend verschwunden ist.
Ein Schloss hatte ich schließlich schon.
Dann sah ich mir Versicherungen an. Eine Versicherung ersetzt irgendwann den Wert eines Gegenstands, abzüglich Selbstbeteiligung.
Sie findet nichts. Sie bringt nichts zurück. Und die Woche, die Sie damit verbringen, Dokumente ohne eigenen Geldwert neu zu beschaffen, spielt für sie keine Rolle.
Dann fiel mir eine Zeile aus der Polizeistatistik wieder ein.
Bessere Schlösser. Und Tracker.
Also sah ich mir diese Geräte genauer an. Kleine Dinge, die man in eine Tasche legt und die verraten, wo sie ist.
Natürlich. Die Antwort stand die ganze Zeit in einem Behördenbericht, und ich hatte sie einfach überlesen.
Dann rechnete ich die Kosten zusammen — und der ganze Plan brach auseinander.
Denn man möchte nie nur einen Gegenstand schützen.
Da sind das Fahrrad, die Geldbörse, die Tasche mit dem Laptop und der Koffer, der ins Flugzeug kommt.
Vier Dinge.
Und fast jede Lösung verlangte zweimal Geld. Einmal für das Gerät und danach jeden Monat, für immer.
Vier Gegenstände. Vier Abonnements. Auf unbestimmte Zeit. Für Ereignisse, die hoffentlich nie eintreten.
Miete für ein Stück Plastik, das ich bereits gekauft hatte.
Also klappte ich den Laptop zu und sagte mir, dass ich mich später darum kümmern würde.
Drei Monate lang tat ich nichts.
Und genau deshalb ist meiner Meinung nach fast niemand geschützt. Es ist keine Nachlässigkeit. Die Rechnung wurde absichtlich so gestaltet, dass sie keinen Sinn mehr ergibt.